


Manche Berufe beginnen mit einer Entscheidung.
Meiner begann mit einer Leiter.
Schon als Kind stand ich auf der Baustelle. Nicht als Zuschauer, sondern mittendrin. Während andere spielten, war ich von Farbe, Werkzeug und Material umgeben. Ich durfte früh mithelfen, beobachten, ausprobieren – und vor allem verstehen.
Auf einer Leiter zu stehen und eine Wand mitzugestalten, war für mich nichts Besonderes. Es war selbstverständlich. Handwerk war kein Beruf in meiner Familie – es war Alltag.
Mit den Jahren wurde aus kindlicher Neugier echtes Können. Ich lernte nicht nur, wie man eine Oberfläche beschichtet, sondern warum Untergründe vorbereitet werden müssen, wie Materialien reagieren, wie Licht auf Farbe wirkt und wie Räume durch Gestaltung eine Atmosphäre bekommen.
Aus dieser frühen Prägung entwickelte sich mein beruflicher Weg. Ich absolvierte meine Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk, vertiefte mein Wissen, übernahm Verantwortung – und legte schließlich meine Meisterprüfung ab.
Heute führe ich meinen eigenen Betrieb mit dem Anspruch, handwerkliche Präzision und gestalterisches Verständnis zu verbinden.
Doch mein Weg endete nicht mit dem Meistertitel. Parallel dazu studiere ich seit 2025 Architektur. Nicht, um das Handwerk zu verlassen – sondern um es auf einer weiteren Ebene zu verstehen. Architektur bedeutet für mich, Zusammenhänge zu erkennen: Konstruktion und Gestaltung, Funktion und Wirkung, Material und Raum.
Dieses Denken prägt meine tägliche Arbeit. Wenn ich heute eine Fassade plane oder einen Innenraum gestalte, sehe ich nicht nur die Oberfläche. Ich sehe das Gebäude als Ganzes. Ich berücksichtige Proportionen, Lichtführung, Materialwirkung und das Zusammenspiel aller Elemente.
Als Malermeister bringe ich die praktische Erfahrung von der Baustelle mit. Als Architekturstudent erweitere ich meinen Blick um Planung, Konzept und räumliche Zusammenhänge.
Diese Kombination erlaubt es mir, Projekte ganzheitlich zu betrachten – vom Detail bis zur Gesamtwirkung. Saubere Ausführung ist für mich selbstverständlich. Doch echte Qualität entsteht dort, wo Handwerk auf Verständnis trifft. Ich weiß, wie sich ein Material verhält. Ich weiß, wie es geplant wird. Und ich weiß, wie es am Ende wirken soll.
Was mich antreibt, ist nicht nur die perfekte Oberfläche –
sondern das Ergebnis im Raum.
Vom Jungen auf der Leiter zum Meisterbetrieb mit architektonischem Anspruch.
Meine Geschichte ist kein Zufall.
Sie ist gewachsen – Schicht für Schicht.
